Programm: EEG-Anlagen (u.a. Photovoltaik), Biomasseanlagen (ab 100 kW, auch KWK), Tiefengeothermie, Wärmenetze mit EE, gr. Thermische Solaranlagen, gr. Wärmepumpen, gr. Wärmespeicher, Biogas-Aufbereitungsanlagen, Biogasleitungen

Was wird gefördert?
Das Programm fördert in Ergänzung zum Marktanreizprogramm des BAFA Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Im Programmteil „Standard“ wird die Nutzung Erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Strom bzw. Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei folgenden Anlagen gefördert:

- Anlagen, welche die Anforderungen des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts Erneuerbarer Energien im Strombereich (EEG) vom 04.08.2011 erfüllen: z.B. Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogas-Anlagen
- KWK-Anlagen und Anlagen zur Wärmeerzeugung, welche die Anforderungen des Programmteils „Premium“ (s.u.) nicht erfüllen.

Im Programmteil „Premium“ werden folgende besonders förderwürdige größere Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien gefördert (ausführlichere Beschreibung siehe bei den Tilgungszuschüssen unten):

- große Solarkollektoranlagen ab 40 m2 Bruttokollektorfläche,
- automatisch beschickte Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse für die thermische Nutzung mit mehr als 100 kW Nennwärmeleistung,
- Biomasse-KWK-Anlagen zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung (100 kW - 2 MW Nennwärmeleistung),
- Wärmenetze (Wärme aus erneuerbaren Energien),
- große Wärmespeicher ab 10 m³ (nicht für Ein- und Zweifamilienhäuser, und sofern nicht förderfähig über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz),
- Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas
- große effiziente Wärmepumpen (über 100 kW Nennwärmeleistung),
- Anlagen zur Nutzung der Tiefengeothermie (mehr als 400 m Bohrtiefe) für die thermische Nutzung und zur kombinierten Stromerzeugung.

Die Anlagen müssen mindestens 7 Jahre zweckentsprechend betrieben werden (keine Stilllegung der Anlagen).
Nicht gefördert werden Eigenbauanlagen, Prototypen (Anlagen, die in weniger als 4 Exemplare betrieben werden) oder gebrauchte Anlagen.

Wie wird gefördert?
Es wird ein langfristiges Darlehen mit günstigem Festzinssatz gewährt. Für kleine Unternehmen nach KMU-Definition ist dieser im Rahmen eines „KU-Fensters“ besonders vergünstigt. Zusätzlich gibt es bei den einzelnen Maßnahmen im Programmteil „Premium“ Tilgungszuschüsse.

Der maximale Kreditbetrag beträgt im Programmteil „Standard“ 25 Mio. Euro und im Programmteil „Premium“ i.d.R. 10 Mio. Euro; es werden bis zu 100% der förderfähigen Nettoinvestitionskosten gefördert (außer bei Tiefengeothermie, dort max. 80% der Kosten).
Die Laufzeit des Kredites liegt bei 5, 10 oder 20 Jahren; mit 1-3 tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Zinssatz ist für 5, 10 oder 20 Jahre festgelegt.

Für alle Antragsteller außer natürlichen Personen und Kommunen wird ein risikogerechter Zinssatz festgelegt.

Folgende Tilgungszuschüsse können im Programmteil „Premium“ für die einzelnen Maßnahmen zusätzlich zum Kredit gewährt werden (bei KMU-Unternehmen jeweils 10% höhere Zuschüsse möglich):

Große Solarkollektoranlagen (ab 40 m² Bruttokollektorfläche) zur Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung von Wohngebäuden mit mind. drei Wohneinheiten bzw. Nichtwohngebäuden mit mind. 500 m² Nutzfläche, oder die zur solaren Kühlung oder zur Bereitstellung von Prozesswärme genutzt werden, können wie folgt gefördert werden:
siehe pdf

Große thermische Biomasseanlagen (ab 100 kW) werden mit einer Grundförderung von bis zu 20 Euro je kW Nennwärmeleistung (maximal 50.000 Euro je Anlage) gefördert.

Innovationsbonus: siehe pdf

Bei Biomasse-KWK-Anlagen erfolgt eine Förderung in Höhe von 40 Euro/kW Nennwärmeleistung.

Wärmenetze, deren Wärme überwiegend aus erneuerbaren Energien erzeugt wird (entweder mindestens 20% aus Solarstrahlung und ansonsten KWK, Wärmepumpen oder gewerbliche/industrielle Abwärme; oder mindestens 50% Wärme aus erneuerbarer Energie, für Neubauten mind. 60% Wärme aus erneuerbarer Energie) sind förderfähig. Wärmenetze, welche eine Zuschlagszahlung nach § 7a des KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes) erhalten können, sind nicht förderfähig.
Die Förderung für Wärmenetze beträgt: siehe pdf

Große Wärmespeicher (nicht über das KWKG förderfähige) ab 10 m³ Wasservolumen werden mit 250 Euro je m³ Wasserspeichervolumen (bzw. bei Latentwärmespeichern etc. je m³ Wasseräquivalent) gefördert. Weiteres siehe pdf

Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas mit mind. 300 m Länge werden mit bis zu 30% der Investitionskosten gefördert, wenn das Biogas zur Kraftstoff-, KWK-Nutzung oder zur Erdgasaufbereitung dient.

Große effiziente Wärmepumpen (außer Luft/Wasser-Wärmepumpen) mit einer Nennwärmeleistung über 100 kW werden gefördert, wenn sie einem der folgenden Zwecke dienen:
- zur kombinierten Heizwärmeerzeugung und Warmwasserbereitung
- zur Heizwärmeerzeugung in Nichtwohngebäuden
- zur Bereitstellung von Prozesswärme oder von Wärme für Wärmenetze.

Technische Voraussetzungen und Tilgungszuschüsse siehe pdf

Tiefengeothermie wird in folgenden Varianten gefördert:
a) Vorhaben für die ausschließliche Wärmeerzeugung
b) Vorhaben für eine kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung
Weiteres siehe pdf


Wer wird gefördert?
Programmteil „Standard“:
- In- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden
- Unternehmen, an denen Kommunen, Kirchen oder karitative Organisationen beteiligt sind
- Freiberuflich Tätige
- Landwirte
- Natürliche Personen und gemeinnützige Antragsteller, die den erzeugten Strom einspeisen bzw. die erzeugte Wärme verkaufen

Programmteil „Premium“:
- Natürliche Personen und gemeinnützige Antragsteller, die die erzeugte Wärme und/oder Strom ausschließlich für den privaten Eigenbedarf nutzen (keine Vermietung/ Landwirtschaft)
- Gemeinnützige Antragsteller und Genossenschaften
- Freiberuflich Tätige
- Landwirte (nicht für Solarkollektoranlagen und Biomasseanlagen)
- Unternehmen
- Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Gemeindeverbände (z.B. kommunale Zweckverbände)

Nicht antragsberechtigt sind Hersteller von förderfähigen Anlagen oder deren Hauptkomponenten (Ausnahme: Contractoren als Betreiber für o.g.), sowie der Bund, die Bundesländer und deren Einrichtungen.

Wo ist der Antrag einzureichen?
Private bzw. privatrechtliche Kreditnehmer stellen den Antrag über die Hausbank (Durchleitung an die KfW).
Öffentlich-rechtliche Kreditnehmer richten ihren Antrag direkt an die

Kreditanstalt für Wiederaufbau
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt

Tel.: 069-7431-0 oder 01801-33 55 77 (Ortstarif)
Fax: 069-7431-2944
Internet: www.kfw.de

Die Programmnummer bei der Antragstellung lautet:
- im Programmteil „Standard“: 270 (bzw. für Photovoltaik 274)
- im Programmteil „Premium“: 271 (bzw. im KU-Fenster 281)
- im Programmteil „Premium“ für Tiefengeothermie-Maßnahmen: 272 (bzw. im KU-Fenster 282)

Achtung: Mit dem Vorhaben darf vor Antragstellung nicht begonnen werden. Als Vorhabensbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages.

Für die Tilgungszuschüsse ist nach Abschluss der Investition ein Verwendungsnachweis (KfW-Formblatt) einzureichen.

Kumulierbarkeit?
Eine Kombination der Finanzierung ist nur mit den KfW-Programmen „Fündigkeitsrisiko Tiefengeothermie“ und „Energieeffizient Bauen“ möglich. Die Programmteile „Standard“ und „Premium“ können nicht für dieselbe Investitionsmaßnahme kombiniert werden (Ausnahme: Tiefengeothermie zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung).

Die Kombination mit anderen Fördermitteln ist zulässig, sofern die Summe der Gesamtförderung die Summe der Aufwendungen nicht übersteigt (maximale Förderung nach EU-Beihilfekriterien beachten).

Seit wann gibt es das Programm, wie lange noch?
Das Programm besteht seit Ende August 2008, die aktuelle Programmversion ist seit April 2015 gültig.

Wie wird das Programm finanziert, wo ist die Deckelungsgrenze?
Das Programm wird aus Haushaltsmitteln des Bundes finanziert.

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