Programm: Energetische Sanierung und Neubau kommunaler und sozialer Nichtwohngebäude

Was wird gefördert?
Das Programm fördert die Errichtung und energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur (Nichtwohn-gebäude) von kommunalen Gebietskörperschaften in folgender Form:

- Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 70, 100, oder zum KfW-Effizienzhaus Denkmal (für Baudenkmale / erhaltenswerte Bauten), sowie Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz
- Neubau als KfW-Effizienzhaus 55 oder 70

Förderfähig sind auch sonstige Maßnahmen, die zur Vorbereitung, Realisierung und Inbetriebnahme der o.g. Maßnahmen erforderlich sind (z.B. Nebenarbeiten, Planungskosten, Maßnahmen zur Einregulierung von Anlagen, Energiemanagementsysteme).

Die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen und die Einsparungen von Energie und CO2 (KfW-Effizienzhaus) sind hierbei von einem Sachverständigen zu bestätigen. Ein Sachverständiger ist eine nach § 21 EnEV berechtigte Person für die Ausstellung oder Prüfung der Nachweise nach der EnEV für Nichtwohngebäude (z.B. siehe unter www.energie-effizienz-experten.de).

Wie wird gefördert?
Es werden zinsgünstige, langfristige Direktkredite mit Festzinssätzen vergeben. Die Laufzeit beträgt wahlweise 10, 20 oder 30 Jahre; mit 2, 3 oder 5 tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Zinssatz wird für die ersten 10 Jahre (zinsverbilligter Zeitraum) am Tag der Auszahlung festgeschrieben. Die aktuellen Zinskonditionen finden Sie im Internet unter www.kfw.de.

Es werden zusätzlich folgende Tilgungszuschüsse bezogen auf den Kredit-Zusagebetrag gewährt (Maximalbetrag abhängig von der Nettogrundfläche nach DIN 277):

Sanierung:
- KfW-Effizienzhaus 70: 17,5%, max. 175 Euro/m² NGF
- KfW-Effizienzhaus 100: 10,0%, max. 100 Euro/m² NGF
- KfW-Effizienzhaus Denkmal: 7,5%, max. 75 Euro/m² NGF
- Einzelmaßnahmen: 5,0%, max. 50 Euro/m² NGF

Neubau:
- KfW-Effizienzhaus 55: 5,0%, max. 50 Euro/m² NGF
- KfW-Effizienzhaus 70: kein Tilgungszuschuss

Die KfW-Effizienzhäuser dürfen jeweils nur einen bestimmten prozentualen Jahresprimärenergiebedarf (Qp) und mittlere U-Werte (Û) eines Neubaus nach Energieeinsparverordnung (EnEV) aufweisen.

Bei Einzelmaßnahmen werden folgende Maßnahmen gefördert:
- Dämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken und Böden
- Erneuerung und Aufbereitung von Fenstern, Vorhangfassaden, Außentüren und Toren (inkl. Ladestellen)
- Maßnahmen zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes
- Einbau, Austausch oder Optimierung raumluft- und klimatechnischer Anlagen inkl. Wärme-/Kälterückgewinnung und Abwärmenutzung
- Erneuerung und/oder Optimierung der Wärme-/Kälteerzeugung, mit –verteilung und –speicherung, sowie ggf. KWK / KWKK
- Austausch und/oder Optimierung der Beleuchtung
- Einbau oder Optimierung der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie der Gebäudeautomation

Die technischen Mindestanforderungen der KfW sind zu beachten. Für Baudenkmale gibt es Ausnahmeregelungen zu bestimmten Maßnahmen.

Wer wird gefördert?
Antragsberechtigt sind folgende Träger von Investitionsmaßnahmen an kommunalen / sozialen Nichtwohngebäuden:
- Kommunale Gebietskörperschaften,
- Rechtlich unselbständige Eigenbetriebe von kommunalen Gebietskörperschaften,
- Gemeindeverbände (z.B. Kommunale Zweckverbände), unter bestimmten Voraussetzungen (Einzelfallprüfung durch die KfW).

Für kommunale Unternehmen und soziale Organisationen, sowie für Contracting-Geber steht das KfW-Programm „IKU Energieeffizient Bauen und Sanieren“ zur Verfügung.

Wo ist der Antrag einzureichen?
Der Antrag wird direkt bei der KfW in Berlin gestellt:

KfW-Bankengruppe
Niederlassung Berlin
10865 Berlin
Tel.: 030-20264-5555 (kostenfrei)
Fax: 069-7431-9500
Internet: www.kfw.de


Die Programmnummer bei der Antragstellung lautet:
- bei Neubauten: 217
- bei Sanierungen: 218

Kumulierbarkeit?
Das Programm ist kumulierbar mit anderen öffentlichen Fördermitteln, wobei die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen die Summe der Aufwendungen nicht übersteigen darf.
Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, die einen Zuschuss über das BAFA-Marktanreizprogramm (bzw. einen Kredit über das KfW-Programm „Erneuerbare Energien“) erhalten, können nicht gleichzeitig als Einzelmaßnahme von diesem Programm gefördert werden.

Seit wann gibt es das Programm, wie lange noch?
Das Programm für die Sanierung wurde 2009 eingeführt; für den Neubau wurde das Programm zum 1.10.2015 erweitert und verbessert. Ein Programmende ist nicht bekannt.

Wie wird das Programm finanziert, wo ist die Deckelungsgrenze?
Das Programm wird aus Eigenmitteln der KfW und Haushaltsmitteln des Bundes finanziert, eine Deckelung ist nicht bekannt.

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